Rohstoff Algen

Algen - grünes Gold der Natur

Die Sicherung der Energieversorgung und der Klimaschutz auf der einen Seite sowie die Ernährungssicherung mit Lebensmitteln und Trinkwasser und nachhaltige Rohstoffproduktion auf der anderen Seite sind die Zukunftsaufgaben auf unserer Erde. In den vergangenen Jahren haben sich neben der Nutzung der Sonnenenergie mittels Photovoltaik und Solarthermie, der Geothermie sowie der Wind- und Wasserkraft verschiedene Verfahren zur Erzeugung von Energie und Wärme aus Biomasse etabliert. Alle Verfahren erneuerbarer Biomasseenergieträger nutzen die Photosynthese, bei der aus Kohlendioxid und Wasser Sauerstoff und Biomasse gebildet wird.

Erneuerbare Biomasseenergieträger stehen allerdings in der Diskussion, da sie einerseits wertvolle Böden der Nahrungsmittelproduktion beanspruchen, andererseits je nach Kultur und Standortfaktoren einen hohen Verbrauch an fossilen Energieträgern für die Produktion in Form von Düngung, Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung erfordern. Das führt letztendlich dazu, dass die Effizienz bei der Produktion erneuerbarer Biomasseträger als gering eingestuft wird, zumal die Erträge durch die Vegetationszeit und die Standortfaktoren wie Wasser, Licht und Nährstoffe begrenzt sind und die Preise für Nahrungs- und Düngemittel von der Flächenkonkurrenz zunehmend beeinflusst werden.

Eine Alternative zu der skizzierten Biomasseproduktion kann die Produktion von Algen und Algenöl darstellen. Algen, vor allem Mikroalgen, wachsen im Gewässer, vermehren sich durch Teilung und sind demnach in ihrer Entwicklung mehr oder weniger unabhängig von Jahreszeiten und generativen Phasen. Eine Flächenkonkurrenz zur besteh- enden Nahrungsmittelproduktion besteht zwangsläufig nicht. Gleichzeitig entsteht durch die Produktion von Algen ein hochwertiger Rohstoff, der ein großes Potential an Verwendungsmöglichkeiten birgt. Schon jetzt finden die kleinen Einzeller ihren Einsatz in der Lebens- und Futtermittelindustrie, sowie als natürliche Ersatzstoffe in der Chemie- und Pharmabranche. Algen stellen einen Wertstoff dar, der auf natürliche Art und Weise generiert werden kann und so eine umweltgerechte Alternative zu synthetisch erzeugten Stoffen darstellt.

Durch eine intelligente Kopplung verschiedener Wissenschafts- und Wirtschaftsbereiche kann mit der Algentechnologie ein neuer Weg beschritten werden, der aktiven Umweltschutz mit Energiegewinnung und umweltgerechter Rohstoffproduktion verbindet.

Rohstoff Alge

Im Zuge ihres Wachstums produzieren viele Mikroalgenarten im Inneren der Zelle eine Vielzahl hochwertiger Substanzen wie Vitamine und Farbpigmente, essentielle ω-Fettsäuren und Aminosäuren, Antibiotika und pharmazeutisch wirksame Stoffe. Zurzeit dienen viele dieser natürlich generierten Stoffe – meist noch in geringem Umfang – als hochwertiges Nahrungsmittel, Lebensmittelzusatzstoff oder Ersatz für synthetische Stoffe in Bereichen der Kosmetik-, Pharma- und Chemieindustrie. Der weltweite Markt für Mikroalgen und Mikroalgenbiomasse umfasst dabei zur Zeit mehrere tausend Tonnen Trockenmasse pro Jahr. Der größte Abnehmer des Rohstoffes ist dabei der Gesundheits- und Nahrungsmittelsektor, in dem auch der höchste Teil des globalen Umsatzes generiert wird, gefolgt von der Produktion der ω-3-Fettsäure Docosahexaen und der Nutzung von Mikroalgen als Futtermittel in Aquakulturen. Daneben gibt noch weitere kleinere Märkte für bspw. Beta-Carotin, Astaxanthin sowie PUFA`s und stabile Isotope.